Sonntag, 1. Januar 2006

Grundlehrgang gefährliche Stoffe


Themen u.a.:image002

- Einsatzabwicklung, Aufgaben, Verhalten
- Unfallverhütungsvorschriften
- Fahrzeugkunde Gerätewagen Umweltschutz
- Schutzausrüstung
- Gewöhnungs- und Einsatzübungen unter
  Chemikalienschutzanzug (CSA)
- Auffangen, Umfüllen, Abpumpen
- Umgang mit Meßgeräten
Mindestalter: 18 Jahre
Vorraussetzungen: abgeschlossene Truppmannausbildung Teil 1
Sprechfunkerausbildung
gültige Untersuchung nach G26 / 3
Atemschutzgeräteträgerlehrgang
Dauer des Lehrgangs: 3 Tage jeweils Samstag und Sonntag
siehe Lehrgangsplan
Anzugordnung: Einsatzanzug an allen Tagen mit Schutzhandschuhe, FW-Helm, Sicherheitsgurt und Feuerwehrsicherheitsstiefel
Pressluftatmer: an allen Tagen
Schreibzeug: an allen Tagen

Fahrzeuge

Führungsstaffel:


Einsatzleitwagen 1,

FF Dannenberg







Fachzug 1, Gefahrgut und Ölschadensbekämpfung:


Wechselladefahrzeug mit Abrollbehälter Gefahrgut,
Standort Dannenberg






Wechselladefahrzeug mit Ladekran,
Standort Dannenberg











Gerätewagen Nachschub,
Standort Dannenberg












Rüstwagen 2,
Standort Dannenberg








Löschgruppenfahrzeuge LF16-TS,
Standort Dannenberg







Fachzug 3, Dekontamination:


Gerätewagen Dekontamination Personen,
Standort Karwitz











Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser,
Standort Karwitz











Brandschutzgruppe:


Tanklöschfahrzeug 16/24 Trupp,
Standort Jameln










Pulverlöschanhänger 250,
Standort Dannenberg





Fachzug 2, Spüren und Messen:


Gerätewagen Mess,
Standort Lüchow





Löschgruppenfahrzeug LF16-TS,
Standort Lüchow





Fachzug 4, Tierseuchenbekämpfung:

Führung





EHBM Stefan Schmidt,
Bereitschaftsführer,
Ortsfeuerwehr Dannenberg




















HBM`ín Franziska Schön,
stellv. Bereitschaftsführerin,
Ortsfeuerwehr Dannenberg





Über uns

Historie:

Nach Fertigstellung der "Dömitzer Brücke", nahm der gewerbliche Güterfernverkehr und somit auch der Transport von Gefährlichen Stoffen auf der Straße in unserem Landkreis deutlich zu. Dies erkannten sehr schnell die verantwortlichen Führungskräfte der Kreisfeuerwehr und stießen damit auch nicht auf "Taube Ohren" in der Kreisverwaltung. Somit stand sehr schnell der Entschluss fest, zusätzlich zu der bereits seit einigen Jahren bestehenden Strahlenschutzgruppe der FF Lüchow, einen Gefahrgutzug ins Leben zu rufen. Unter Leitung des 1. Zugführers des Gefahrgutzuges, dem OBM Wolfgang Düver von der FF Dannenberg, wurde ein Konzept für eine Spezialeinheit der Feuerwehr entwickelt, um die verschiedensten Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern bewältigen zu können. So wurde aus der Strahlenschutzgruppe der FF Lüchow, durch ständige Erweiterung der Ausrüstung und Ausbildung die Messgruppe der FF Lüchow. Bei der FF Dannenberg entstand die Gefahrgutgruppe und bei der FF Karwitz die Dekontaminationsgruppe, welche durch die Brandschutzgruppe der FF Jameln unterstützt wird. Diese vier Gruppen bildeten ab 1994 den neu strukturierten Umweltzug in der Kreisfeuerwehr Lüchow-Dannenberg.

Wie richtig die Entscheidung der damals Verantwortlichen war, zeigen die bisherigen Einsätze. Des weiteren muss man sich heute einmal zwischen 07.00 Uhr und 07.30 Uhr an die Kreisgrenze in der Göhrde stellen und die in unseren Landkreis fahrenden Gefahrguttransporte zählen. 12 Fahrzeuge in einer halben Stunde sind keine Seltenheit, wobei hier Gefährliche Stoffe und Güter aller 9 Klassen der Gefahrgutverordnung Straße/Eisenbahn (GGVSE) zu finden sind.


Mittlerweile hat sich die Gliederung beziehungsweise die Aufstellung des Gefahrgutzuges insofern geändert, als dass er in die Form einer Kreisfeuerwehrbereitschaft überführt wurde, geändert. Es sind nunmehr 4 Fachzüge entstanden, welche spezialisiert sind auf 1. Gefahrgut und Ölschaden, 2. Spüren und Messen, 3. Dekontamination Personen und 4. Tiersäuchen.

Damit werden die vier Züge ab diesem Zeitpunkt von einem Kreisbereitschaftsführer und seiner Stellvertreter geführt. Dies sind Stefan Schmidt und Franziska Schön (Stand 07/2020).

Was macht diese Einheit?
Der Umweltzug des Landkreises Lüchow-Dannenberg ist eine Spezialeinheit zur Abwehr von Gefahren, aufgrund von Unfällen oder Unglücksfällen im Zusammenhand mit jeglichen gefährlichen Stoffen und Gütern, welche in unserem Landkreis zu Lande und zu Wasser befördert werden.

Wir sind in der Lage, fast alle ABC-Lagen zu bewältigen. Insbesondere die Messgruppe kann A (Atomare) und C (Chemische) Gefahren feststellen. Das Messen von B (Biologischen) Gefahren ist bei uns nicht möglich.

Der Umweltzug steht im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe auch unseren angrenzenden Nachbarlandkreisen zur Verfügung.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Ausbildung von Feuerwehrkameraden und -innen. Durch Kräfte des Umweltzuges wird der Grundlehrgang Gefährliche Stoffe an der FTZ in Dannenberg durchgeführt. Er qualifiziert Atemschutz- geräteträger anderer Wehren, unseren Zug bei Gefahrguteinsätzen personell zu unterstützen, wenn in deren Bereichen ein Einsatz abgearbeitet werden muss.

Spektakuläre Einsätze:
  • 2000: Gasfund in Küsten
  • 2001: Gasexplosion Fa. Artesan in Lüchow; Gesunkenes Sportboot mit Schadstoffen an Bord in Hitzacker
  • 2002: Jahrhunderhochwasser mit diversen Öl-Einsätzen; Umgestürzter Tanklastzug auf der B 216; Freiwerden einer flüssigen Formaldehydlösung (zur Konservierung eines Haifisches) im Schulzentrum Lüchow
  • 2003: Unklarer Gasgeruch an den berufsbildenden Schulen in Lüchow
  • 2004: Tanklastzug mit 40 Tonnen schweren Heizöl beladen droht auf der B 71 umzukippen; Austritt von giftigen Dämpfen eines illegal entsorgten Reinigungsmittel auf einer Großbaustelle in Dannenberg
  • 2005: Messeinsatz beim Großbrand in Dannenberg, Fa. ContiTech
Was uns unbedingt noch fehlt:
  • Zur Vervollständigung unseres Zuges wäre die Auslieferung eines in Aussicht gestellten Bundesfahrzeuges vom Typ "ABC-Erkundungs-kraftwagen" (ABC-ErkKw) zu begrüßen
  • Eine Wärmebildkamera, u. a. zum Auffinden von Leckagen an Leitungen und Gefässen mit gefährlichen Stoffen (Hierbei entsteht Wärme) wäre für unsere Arbeit sehr hilfreich
  • Der ELW vom Typ Ford Transit ist mit weit über 20 Dienstjahren in "die Jahre" gekommen, so dass über eine Neubeschaffung gesprochen werden muss
Stefan Schmidt
Zugführer Umweltzug